Klostermühle Wort Zum Monat Die Freiheit Des Christenmenschen

Die Freiheit des Christenmenschen.

Römer 6v18

„Indem ihr nun frei geworden seid von der Sünde,
seid ihr Knechte geworden der Gerechtigkeit.“

Freiheit von etwas gibt es immer nur in Verbindung mit etwas anderem. Wir sind frei von der Sünde, wenn wir gebunden sind an die Gerechtigkeit. Paulus macht uns deutlich, dass der Mensch immer unter einem Herrschaftseinfluss steht, der Sünde oder der Gerechtigkeit. Der Christ lebt nicht mehr unter der Sünde, sondern unter der Gerechtigkeit. Er hat einen neuen Bezugspunkt.

Wir würden die Aussage des Verses falsch verstehen, wenn wir meinten, dass der Neue Herr der Gerechtigkeit, Jesus Christus, uns genauso tyrannisieren würde, wie der Alte Herr, die Sünde. Als wäre zwischen den Herren kein Unterschied. Diese Schlussfolgerung dürfen wir so nicht ziehen. Deshalb schreibt Paulus gleich im nächsten Vers, dass er dieses Bild nicht für optimal hält und erläutert: „Ich muss menschlich reden, um der Schwachheit eures Fleisches willen: Wie ihr euere Glieder hingegeben hattet an den Dienst der Unreinheit…so gebt nun eure Glieder hin an den Dienst der Gerechtigkeit.“

So können wir die Hauptaussage richtig verstehen: Der Mensch kann in keinem neutralen Raum leben. Er dient entweder der Sünde oder der Gerechtigkeit. Der Christ, der Dank Jesu, frei ist von der Sünde, dient nun der Gerechtigkeit. Wir verlassen den Machtbereich der Sünde und befinden uns im Machtbereich der Gerechtigkeit. Dies ist eine Zustandsbeschreibung des Christen.

Neben der Zustandsbeschreibung enthält der Vers aber auch eine praktische Ermahnung. Ist der Mensch frei von der Sünde, dann lebt und strebt er auch nach Gerechtigkeit. Der Christ lebt in einer neuen Verbindlichkeit. In dem Maße, in dem wir uns der Gerechtigkeit zuwenden, in dem Maße werden wir frei von dem Einflussbereich der Sünde. Der Christ ruhe sich nicht aus, weil er von der Sünde befreit ist. Er soll nicht meinen, dass er im Niemandsland der Machtpole, sein eigenes Leben gestalten kann. Der Christ diene der Gerechtigkeit.

Luther formuliert es trefflich in seiner Schrift: Die Freiheit des Christenmenschen: „Damit wir gründlich erkennen, was ein Christenmensch ist und wie es mit der Freiheit steht, die ihm Christus erworben und gegeben hat, wovon Paulus viel schreibt, will ich diese zwei Sätze aufstellen:
Der Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemandem untertan. Der Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan
.“

So ist der Mensch frei und zugleich dienstbar.
Frei vom Bösen und gebunden an das Gute.